Was ist Glaswolle und wie wird Glaswolle hergestellt?
Glaswolle wird häufig in Mattenform produziert und als Rollen verpackt.
Glaswolle ist ein moderner Dämmstoff, der aus feinsten Glasfasern besteht und sich durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten auszeichnet. Neben der hervorragenden Wärmedämmung überzeugt sie auch durch ihre schall- und brandschützenden Eigenschaften. Deshalb findet man sie nicht nur in Gebäuden, sondern auch in Fahrzeugen, Schiffen und vielen technischen Anlagen.
Im Bauwesen wird Glaswolle überall dort verwendet, wo eine effiziente Dämmung gefragt ist – von Dächern und Außenwänden über Innenwände, Böden und Decken bis hin zu Keller- und Geschossdecken. Sie hilft, Wärmeverluste zu minimieren und so Energiekosten zu senken. Doch auch in der technischen Isolierung spielt sie eine große Rolle: Heizungs- und Warmwasserrohre, Klimakanäle, Lüftungsleitungen oder sogar Tanks und Kessel lassen sich mit Glaswolle effektiv dämmen.
Ein besonderes Merkmal dieses Dämmstoffs ist seine Flexibilität. Glaswolle ist leicht, elastisch und passt sich nahezu jeder Form an, wodurch sich Wärmebrücken vermeiden lassen. Zudem lässt sie sich einfach verarbeiten und mit einem Messer auf die benötigte Größe zuschneiden. Wichtig ist jedoch, bei der Verarbeitung geeignete Schutzkleidung zu tragen – doch dazu später mehr.
Obwohl Glas ein künstlich hergestelltes Material ist, zählt Glaswolle zu den mineralischen Dämmstoffen. Das liegt daran, dass sie hauptsächlich aus natürlichen Rohstoffen wie Quarzsand besteht. Ergänzt wird die Mischung durch Kalk und Dolomit, die für Stabilität sorgen, sowie durch Soda und Sulfat, die den Schmelzprozess erleichtern. Gemeinsam machen diese Bestandteile Glaswolle zu einem leistungsstarken und nachhaltigen Dämmmaterial.
Ist Glaswolle gefährlich für die Gesundheit?

Glaswolle ist für die Gesundheit nicht gefährlich, wenn man richtig mit ihr umgeht.
Dabei erfordert alte Glaswolle, etwa aus den 1960er, 1970er oder 1980er Jahren, einen besonders sorgfältigen Umgang.
Alte Glaswolle ist potentiell krebserregend, wenn nicht richtig mit ihr umgegangen wird. Grund dafür sind Fasern, die eine Länge von > 5 µm, einen Durchmesser < 3 µm haben und ein Länge-Durchmesser-Verhältnis von 3:1 überschreiten. Sie schaffen es, in die tieferen Atemwege vorzudringen, wo sie die menschliche Lunge nicht oder nur schlecht abbauen oder ausscheiden kann. Fasern mit dieser Geometrie werden als WHO-Fasern bezeichnet, weil die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Fasern als schädlich eingestuft hat..
Ab 1996 wurde in Deutschland auch Glaswolle mit einer guten Biolöslichkeit hergestellt. Ihre Fasern lösen sich in der menschlichen Lunge mit der Zeit auf, weshalb diese modernen Glaswollen als nicht krebserregend eingestuft werden. Im Juni 2000 trat für Glaswolle mit potenziell krebserregenden Eigenschaften ein Herstellungs- und Verwendungsverbot in Kraft. Nach dem 1. Juni 2000 verkaufte Glaswollen führen in aller Regel das RAL-Gütezeichen (Freizeichnung seit 1999), welches als Nachweis für die Unbedenklichkeit des entsprechenden Materials gilt.
Beim Umgang mit alter Glaswolle, etwa im Zuge von Sanierungs- oder Abbrucharbeiten, wo sich das Material offen im Raum befindet, ist ganz besondere Vorsicht geboten. Es ist unbedingt nötig, Schutzkleidung zu tragen.
Aber auch moderne Glaswolle, die nach dem Jahr 2000 bzw. bereits ab Ende der 1990er Jahre hergestellt wurde, muss mit Vorsicht behandelt werden. Auch wenn lungenkrebserregendes Potential weitgehend ausgeschlossen werden kann, kann es in der Lunge zu Reizungen, zu Husten, Kratzen im Hals oder einem brennenden Gefühl in der Brust kommen, wenn Glaswolle bzw. deren Staub eingeatmet wird.
Außerdem verursacht Glaswolle starken Juckreiz auf der Haut, wenn sie ungeschützt angefasst wird. Ausgelöst wird dieser von mikroskopisch kleinen Glasfasern, die in die Haut gelangen.
Die Farbe der Glaswolle sagt übrigens nichts über die Qualität der Glaswolle aus. In der Regel ist Glaswolle gelb, aber sowohl früher als auch heute sind auch Brauntöne, Grautöne und Weisstöne zu finden. Grund für die verschiedenen Farben sind die verwendeten Bindemittel.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass mit Glaswolle sorgfältig umgegangen werden muss. Werden die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen – sei es bei der Handhabung, sei es bei der Abdichtung nach dem Verbauen – ist Glaswolle nicht gesundheitsschädlich.
Du hast Glaswolle eingeatmet?
Du hast Glaswolle eingeatmet bzw. deren Staub? Bewahre Ruhe!
Das einmalige Einatmen von Glaswolle-Staub ist nicht nachhaltig gesundheitsschädigend und schon gar nicht lebensgefährlich. In der Regel treten folgende Symptome auf:
- Hustenreiz
- Niesen
- Kratzen im Hals
- Brennen im Brustkorb
Im Akutfall ist es ratsam, den Raum sofort zu verlassen und sich an die frische Luft zu begeben. Unterdrücke den Hustenreiz nicht, denn das Husten sorgt dafür, die eingeatmeten Partikel abzuhusten und die Atemwege zu reinigen. Empfehlenswert ist außerdem, Wasser zu trinken. Das befeuchtet die Schleimhäute der Atemwege und kann dazu beitragen, die Reizungen zu lindern.
Wie lange die Symptome anhalten, ist unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie intensiv und wie lange Du dem Staub ausgesetzt warst und ob bei Dir Vorerkrankungen wie etwa Asthma, eine Erkältung oder eine chronische Lungenschwäche vorliegen. Sollten die Symptome nach mehreren Stunden noch nicht abgeklungen sein, konsultiere Deinen Hausarzt. Er wird dich beraten oder gegebenenfalls zur Abklärung an einen Lungenfacharzt weiterleiten.
Zu unterscheiden ist außerdem, ob alte oder moderne Glaswolle eingeatmet wurde. Alte Glaswolle ist aufgrund ihrer kleineren Fasern wesentlich aggressiver und ruft daher in der Regel stärkere Symptome hervor, wenn sie eingeatmet wird. Die Fasern moderner Glaswolle lösen sich mit der Zeit in der Lunge von selbst auf und setzen sich nicht mehr dauerhaft fest.
Wer Glaswolle regelmäßig einatmet, muss mit ernsthaften bzw. nachhaltigen Schäden der Atemwege rechnen. Regelmäßiger Kontakt zu Glaswolle kommt bei Berufsgruppen vor, die mit dem Material arbeiten, wie z.B. Dachdeckern. Aber auch Privatpersonen, die sich etwa häufig auf alten Dachböden oder in alten Kellern aufhalten, können dem Material ausgesetzt sein.
Es ist in jedem Fall wichtig, beim Umgang mit Glaswolle professionelle Schutzkleidung zu tragen und die Atemwege zu bedecken. Dies erfolgt idealerweise mit einer FFP2 Staubmaske. Diese filtert mindestens 94 % der in der Luft befindlichen Partikel mit einer Größe von 0,3 Mikrometern. Die Fasern moderner Glaswolle haben einen Durchmesser von 3 bis 15 Mikrometern. Wichtig ist, dass die Atemschutzmaske gut angelegt wird, damit eine optimale Abdichtung erfolgt.
Enthält Glaswolle Asbest?
Beschäftigt man sich mit Glaswolle, ihrem Einsatzgebiet und ihren Eigenschaften, stößt man immer wieder auf Asbest. Viele Menschen fragen sich, wie und ob diese beiden Stoffe zusammenhängen.
Vorab: Glaswolle und Asbest sind zwei unterschiedliche Materialien.
Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aus langen, faserigen Kristallen besteht. Es gehört zur Gruppe der Silikate und weist zahlreiche Eigenschaften auf, die es für eine Anwendung in Bau- und Isoliermaterialien attraktiv machte. Asbest weist eine sehr hohe Hitzebeständigkeit auf (bis ca. 1000 Grad) und isoliert hervorragend gegen Kälte und Lärm. In diesen Eigenschaften ist das Material der Glaswolle also ähnlich. Auch in ihrer physikalischen Struktur ähneln sich die beiden Stoffe: Sie bestehen aus mikroskopisch kleinen Fasern.
Während Asbest allerdings nicht hergestellt, sondern in Minen abgebaut wird, handelt es sich bei Glaswolle um ein aus recyceltem Glas hergestelltes Material. Die gesundheitsschädigende Wirkung ist bei Asbest jedoch wesentlich höher, weshalb in Deutschland 1993 ein generelles Herstellungs- und Verwendungsverbot für Asbest verhängt wurde.
Da Asbest früher in vielen Bau- und Isoliermaterialien eingesetzt wurde, ist nicht auszuschließen, dass manch alte Glaswolle Asbest enthält. Typische Anwendungen von asbesthaltigen Dämmungen waren:
- Asbestisolierte Rohre etwa von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen: Häufig wurden Rohre mit einer dicken Schicht aus asbesthaltigem Material umwickelt, das eine graue oder weiße Farbe haben kann.
- Asbestplatten: Hier handelt es sich um flache, rechteckige oder quadratische Platten, die oft grau oder weiß sind. Sie können eine raue Oberfläche haben und manchmal eine Schutzschicht besitzen. Sie wurden häufig zur Dämmung von Wänden, Decken und Böden sowie als Brandschutzmaterial verwendet.
- Spritzasebst: Spritzasbest ist ein asbesthaltiges Material, das auf Oberflächen aufgesprüht wurde. Es hat eine unregelmäßige, schaumartige Textur und kann grau oder weiß sein. Spritzasbest wurde häufig zur Brandschutzisolierung von Stahlträgern und -säulen sowie zur Schalldämmung verwendet.
- Asbesthaltige Dichtungen und Fugenmassen: Diese können in Form von Dichtungen oder Fugenmasse vorkommen, die oft grau oder schwarz sind. Sie wurden für Isolierzwecke häufig in Rohrleitungen, Fenstern und Türen verwendet.
Ob alte Glaswolle Asbest enthält oder nicht, ist sehr schwer zu erkennen. Ein möglicher Hinweis auf integrierte Asbestfasern ist eine gräuliche Färbung der Glaswolle, die ja in den meisten Fällen gelb oder weiss ist. Allerdings kann Asbest grundsätzlich ebenfalls weisse oder gelbliche Farbtöne aufweisen. Näheres zum Thema “Farbe von Glaswolle” findest Du im nächsten Abschnitt.
Ein anderer Anhaltspunkt dafür, ob Glaswolle Asbest enthalten könnte, ist der Zeitraum, in dem die Glaswolle verbaut wurde. Sehr oft eingesetzt wurde Asbest zwischen 1960 und 1990. Wurde die Glaswolle in Deinem Haus vor oder nach dieser Zeit verbaut, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie asbesthaltig ist.
Insgesamt hat Asbest in der Dämmung kein eindeutig identifizierbares Aussehen. Absolute Gewissheit, ob Dein altes Dämmmaterial Asbest enthält oder nicht, kann daher nur eine Analyse des Stoffes liefern oder ein entsprechendes Dokument wie etwa der Kaufbeleg.
Grundsätzlich solltest Du beim Umgang mit altem Dämmmaterial immer vorsichtig sein und die richtige Schutzkleidung tragen.
Muss man Schutzkleidung tragen, wenn man mit Glaswolle arbeite?

Ja, beim Umgang mit Glaswolle sollte unbedingt Schutzkleidung inklusive Atemmaske und Schutzbrille getragen werden.
Ideal zur Verarbeitung von Glaswolle ist Arbeitskleidung, die nach der Arbeit gewaschen wird, oder ein Maleranzug, der nach der Arbeit entsorgt werden kann. Zusätzlich sind Handschuhe zu empfehlen.
Egal, ob sie neu gekauft und verarbeitet wird oder ob alte Glaswolle bearbeitet oder entsorgt wird. Kommt die nackte Haut mit Glaswolle in Berührung, juckt sie und es kann zu Hautausschlag bzw. Rötung kommen. Ursache dafür sind die winzigen Glasfasern, aus denen der Dämmstoff besteht. Sie verhalten sich auf der Haut letztlich wie kleine Nadeln und dringen in die Haut ein. Wie lange die Symptome andauern, ist unterschiedlich. Das hängt vor allem davon ab, wie intensiv der Kontakt war. In jedem Fall sollten die betroffenen Hautstellen sofort mit kaltem Wasser abgespült werden. Von warmem Wasser raten wir ab - es würde die Hautporen öffnen, wodurch die Glasfasern erst recht in die Haut eindringen könnten. Auch Reiben ist nicht zu empfehlen. Meist klingt das Jucken nach einigen Minuten ab, kann aber auch über Stunden andauern.
Gelangen Glaswollefasern in die Augen, erzeugen sie auch dort starkes Jucken. Die Augen müssen dann unverzüglich für mehrere Minuten mit kaltem Wasser ausgespült werden. Auch hier ist ein Reiben nicht ratsam.
Welche Symptome Glaswolle verursachen kann, wenn sie bzw. ihre Fasern eingeatmet werden, haben wir weiter oben im Detail dargestellt. Wenngleich moderne Glaswolle nicht mehr als potenziell lungenkrebserregend gilt, weil ihre Fasern biolöslich geworden sind, kann sie nach Einatmen dennoch Hustenreiz, Niesen und Halskratzen auslösen.
Wie genau Du Dich beim Arbeiten mit Glaswolle schützen solltest, schauen wir uns jetzt an.
- Atemmaske: Hier solltest Du zu einer Atemschutzmaske vom Typ FFP2 greifen, denn diese filtert nahezu alle in der Luft befindlichen Partikel mit einer Größe von 0,3 Mikrometern. Glaswolle Fasern haben einen Durchmesser von ab ca. 3 Mikrometern und werden damit abgewehrt. Achte darauf, dass Du die Maske gut anlegst.
- Arbeitskleidung inkl. Handschuhe: Ob Kleidung, die anschließend gewaschen werden kann, oder Einweg Maleranzug bzw. Einweg Schutzanzug - wichtig ist, dass keine Hautstelle offen bleibt, um den Kontakt mit der Glaswolle zu vermeiden. Besonders ratsam ist es natürlich, Handschuhe zu tragen.
- Schutzbrille: Gerade bei Überkopfarbeiten oder beim Schneiden von Glaswolle ist das Tragen einer Schutzbrille unbedingt zu empfehlen.
Wer also mit Glaswolle hantiert, diese zuschneidet, verbaut oder entsorgen will, sollte unbedingt entsprechende Schutzkleidung tragen.
Wie kann man Glaswoll Dämmung richtig schneiden und verarbeiten?

Glaswolle ist ein besonders elastischer und leicht zu verarbeitender Dämmstoff. Das macht ihn auch so beliebt. Das Schneiden von Glaswolle erfordert Sorgfalt und Vorsicht, ist an sich aber nicht schwer. Wichtig ist, dass die Glaswolle passgenau zugeschnitten wird, damit in der Dämmung später keine Lücken bestehen. Wir erklären Dir im Folgenden Schritt für Schritt, wie Du Glaswolle selbst schneiden kannst.
Vorbereitung:
Arbeitsort: Wähle für das Schneiden von Glaswolle einen passenden Arbeitsplatz - idealerweise eine Garage oder einen Schuppen. Der Raum sollte in jedem Fall gut zu Lüften sein. Beim Bearbeiten des Materials lösen sich nämlich Fasern und kleinste Partikel, die nicht eingeatmet werden sollen.
Arbeitsplatz: Wichtig ist ein stabiler Untergrund, um Verwacklungen beim Schneiden zu vermeiden. Decke Deinen Arbeitsplatz am besten mit einer Plane oder Folie ab, um die anschließende Reinigung zu erleichtern.
Schutzkleidung: Trage sowohl Schutzkleidung, die keine offenen Hautstellen übrig lässt, sowie natürlich Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Staubmaske des Typs FFP2. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen verhinderst du Hautreizungen und das Einatmen des Materials.
Werkzeuge: Um die Glaswolle zu schneiden, benötigst Du ein scharfes Cuttermesser oder ein spezielles Dämmstoffmesser. Hier kannst Du Dich im Baumarkt beraten lassen. Außerdem sind ein Lineal und eine lange Latte zum Anzeichnen nötig.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Messen und Markieren: Das exakte Abmessen ist besonders wichtig, damit die Glaswolle dann auch genau in das entsprechende Bauteil passt. Addiere zum benötigten Maß am besten einen cm hinzu, um dann beim Verbauen eine bessere Klemmwirkung zu erhalten. Miss die benötigte Länge bzw. Größe der Glaswolle mit einem Maßband oder Lineal und nutze z.B. eine lange Holzlatte, um eine Linie auf der Oberfläche der Glaswolle zu ziehen oder direkt entlang der Latte zu schneiden.
Schneiden: Achte beim Schneiden darauf, mit dem Messer stets bis ganz an den Untergrund vorzudringen und einen sauberen Schnitt durchzuführen. Natürlich kannst du restliche noch zusammenhängende Fasern mit weiteren Schnitten trennen, doch je weniger das Material bearbeitet wird, desto besser. Du kannst übrigens während der Arbeit auf der Glaswolle knien, das ist kein Problem, denn sie ist ja komprimierbar.
Nachbereitung: Reinige den Arbeitsplatz durch Absaugen und intensives Lüften des Raumes. Übrig gebliebene Glaswolle muss entsprechend entsorgt werden. Wie dies zu erfolgen hat, erklären wir im Folgenden.
Wie kann man Glaswolle entsorgen?

Glaswolle zählt zu den Sonderabfällen, da es sich um Material aus oder mit gefährlichen Stoffen handelt. Sie muss unbedingt fachgerecht entsorgt werden. Dies ist in der Regel mit Kosten verbunden, welche regional stark variieren - im Raum Berlin etwa ist mit rund 50 Euro pro m3 zu rechnen, im Raum Frankfurt mit 5 Euro pro 120 Liter Sack und in München ist ein m3 pro Tag für Bewohner der Stadt kostenlos. Beim Verstoß gegen das korrekte Entsorgen des Materials drohen in jedem Fall bundesweit Geldstrafen.
Trage unbedingt Schutzkleidung, wenn Du die Glaswolle in die KMF Säcke füllst. Achte darauf, einen Sack nicht zu überfüllen. Nur so kann er auch richtig verschlossen werden.
Die gut verschlossenen Säcke kannst Du dann entweder zu einem Wertstoffhof deiner Kommune oder einem privaten Entsorger bringen oder Du nutzt einen Containerdienst. Dies kann bei großen Mengen sinnvoll sein.
- Wertstoff- bzw. Recyclinghof: Am besten, Du erkundigst Dich telefonisch beim Wertstoffhof in Deiner Nähe nach seinen exakten Annahmebedingungen für Deine gefüllten KMF-Säcke. Nicht alle Wertstoff- bzw. Recyclinghöfe nehmen Glaswolle an und manche nur an bestimmten Tagen oder in bestimmten Mengen. Gleichzeitig kannst Du die Kosten erfragen. Beachte dabei, dass die Preise in der Regel abhängig vom Gewicht des zu entsorgenden Materials sind und nicht etwa pro Sack gelten.
- Private Entsorgungsunternehmen: Eine Alternative zu Wertstoffhöfen der Kommunen sind private Entsorgungsunternehmen. Auch hier empfehlen wir Dir, Dich telefonisch über Annahmebedingungen und Annahmezeiten sowie Preise zu erkundigen. Häufig sind es übrigens auch private Entsorger, welche das Material von den kommunalen Deponien abholen und für die endgültige Entsorgung oder Wiederverwertung sorgen.
- Containerdienst: Größere Mengen an Glaswolle kannst Du selbst entsorgen, indem Du einen entsprechenden Container bestellst. Du musst das Material dann ebenfalls in KMF-Säcke verpacken, die fachgerechte Entsorgung übernimmt aber der Containerdienst.
Was geschieht nun eigentlich mit der entsorgten Glaswolle?
Grundsätzlich gilt es beim Thema Entsorgung von Glaswolle zu unterscheiden, ob die Glaswolle als potenziell krebserzeugend eingestuft ist (siehe vor 1996 hergestellte Glaswolle) oder nicht. Alte Glaswolle gilt gemäß der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) als gefährlicher Abfall. Moderne Glaswolle mit dem RAL-Gütezeichen aus dem kontrollierten Rückbau oder Verschnitt aus dem Neubau wird als nicht gefährlicher Abfall bewertet. Unter kontrolliertem Rückbau versteht man im Gegensatz zum herkömmlichen Abriss eine detaillierte Planung der Arbeiten: Dazu gehört u.a. die Identifizierung von Materialien, die wiederverwendet oder recycelt werden können.
Entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist die Verwertung der entsorgten Glaswolle grundsätzlich einer Beseitigung vorzuziehen. Ungefährliche Glaswolle-Abfälle wie Verschnitte aus Neubauten werden oftmals von den Herstellern zur Wiederverwertung zurückgenommen. Alte Glaswolle ohne RAL-Gütezeichen, die vor 1995 hergestellt oder bis zum Jahr 2000 verbaut wurde, darf gemäß deutscher Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) nicht mehr in Umlauf gebracht werden. Für sie gibt es aktuell kein Verwertungsverfahren.
Wenn es der Platz zulässt, kann alte Glaswolle auch einfach mit neuer “überdämmt” werden. Damit kann man an neuem Dämmmaterial sparen und die aufwändige Entsorgung der alten Glaswolle umgehen.
Manchmal ist Privatpersonen gar nicht bewusst, dass sie mit gefährlichen Stoffen hantieren. Es gilt allerdings: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Gerade bei Arbeiten an einem älteren Haus ist es deshalb ratsam, genau zu wissen oder in Erfahrung zu bringen, mit welchen Materialien man es zu tun hat. Ziehe gegebenenfalls Experten zu Rate!
Was kostet die Entsorgung von Glaswolle?

Das Entsorgen von Glaswolle ist in der Regel mit Kosten verbunden, da das Material zu den Sonderabfällen zählt. Die Entsorgung solcher Abfälle unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften. Gerade alte, vor 1996 hergestellte Glaswolle, die als potenziell krebserregend eingestuft ist.
Die Kosten für das Entsorgen von Glaswolle variieren sowohl innerhalb Deutschlands aber auch von Entsorger zu Entsorger stark. Es gibt private Dienstleister und die Recyclinghöfe der Kommunen. Abgesehen davon, dass nicht alle Deponien Glaswolle annehmen, nehmen sie manche nur in einer gewissen Menge pro Tag an. An den kommunalen Wertstoffhöfen in München etwa ist für Bewohner der Stadt ein m3 pro Tag kostenlos. In Berlin nehmen die kommunalen Wertstoffhöfe gar keine Glaswolle an, sondern verweisen an private Anbieter. Diese berechnen beispielsweise 50 € pro m3, wie unsere Recherchen ergaben. Im Raum Frankfurt wiederum ist mit 5 € pro 120 Liter Sack zu rechnen.
Auch bei den KMF-Säcken variieren die Preise. Du kannst mit ungefähr 3 € für einen 1200 Liter Sack rechnen. Erhältlich sind sie online, im Fachhandel oder an manchen Wertstoffhöfen.
Obwohl moderne Glaswolle in der Regel ja wiederverwertet wird, unterscheiden sich die Entsorgungskosten nach unseren Recherchen für alte und neue Glaswolle nicht.
Fazit
Glaswolle ist ein vielseitiger Dämmstoff mit hervorragender Wärme- und Schalldämmung sowie hoher Brandsicherheit. Sie wird in vielen Bereichen eingesetzt, von Gebäudedämmungen bis hin zur technischen Isolierung. Moderne Glaswolle ist gesundheitlich unbedenklich, dennoch kann sie Hautreizungen und Atemwegsbeschwerden verursachen. Daher sind Schutzmaßnahmen wie Handschuhe, Schutzbrille und eine FFP2-Maske essenziell.
Besondere Vorsicht ist bei alter Glaswolle geboten, da sie potenziell krebserregende Fasern enthalten kann. Die Entsorgung erfolgt über Wertstoffhöfe oder private Entsorger und muss fachgerecht in KMF-Säcken erfolgen. Alternativ kann alte Glaswolle überdämmt werden.
Glaswolle ein leistungsfähiger Dämmstoff, der bei korrekter Handhabung sicher verwendet werden kann. Schutzkleidung und die richtige Entsorgung sind dabei entscheidend.