Altes Haus dämmen: ja oder nein?

Viele Eigenheimbesitzer stellen sich heutzutage die berechtigte Frage: Altes Haus dämmen: ja oder nein? Fakt ist, dass die meisten Häuser in Deutschland vor 1968 gebaut wurden – lange bevor die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft getreten ist. Diese Gebäude sind teilweise noch überhaupt nicht gedämmt und verursachen hohe Heizkosten. Wenn es durch Wände und Böden zieht, bedeutet das auch gravierende Abstriche beim Wohnkomfort. Dennoch scheuen sich nach wie vor viele Hausbesitzer, ihre alten Häuser zu dämmen. In diesem Artikel möchten wir dich über Pflichten, Möglichkeiten und Kosten bei der Dämmung eines alten Hauses informieren.

Gibt es eine Pflicht, alte Häuser zu dämmen?

Alte Häuser nebeneinander mit Mauerwerk in Deutschland
Viele deutsche Bürger leben in Häusern, die vor 1968 erbaut wurden

Wird man gezwungen, alte Häuser zu dämmen? Das fragen sich zahlreiche Besitzer älterer Häuser in Deutschland zu Recht. Tatsächlich ist 2020 das sogenannte Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft getreten und seit seiner Verabschiedung mehrfach überarbeitet worden. Das GEG sieht für alle Eigentümer von Ein- und Zweifamilien eine energetische Sanierung vor. Diese Pflicht gilt jedoch nicht, wenn der Eigentümer das Gebäude vor dem 1. Februar 2022 selbst bewohnt hat. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einem Eigentümerwechsel das GEG sofort greift, egal ob die Immobilie käuflich erworben oder vererbt worden ist. Zur Sanierung räumt der Gesetzgeber nach dem Einzug zwei Jahre Zeit ein. Sollte der Eigentümer seine Pflicht ignorieren, droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Im März 2024 stimmte auch das EU-Parlament für strengere Regeln bei der Reform der Gebäuderichtlinie (EPBD). Das Ziel in allen EU-Mitgliedsstaaten ist, den Energieverbrauch in Wohnhäusern bis 2030 durchschnittlich um 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent zu senken. Handelt es sich dagegen um nicht bewohnte Gebäude, sollen 16 Prozent der am wenigsten energieeffizienten Häuser bis 2030 und 26 Prozent bis 2033 saniert werden.

Nun hängt es von Deutschland ab, wie die EU-Richtlinie hierzulande realisiert wird. Die Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Umsetzung bei Schulen und Krankenhäusern anfange. Die Immobilienbranche warnt dagegen vor schweren finanziellen Engpässen. Der Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Dirk Salewski, ist der Ansicht, dass es nicht zu Sanierungen kommen werde, wenn die Eigentümer finanziell überlastet seien.

Falls du aktuell beim Kauf eines alten Hauses von der Sanierungspflicht auf Basis des GEG betroffen bist, musst du dich um die folgenden drei Bereiche kümmern:

1. Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke

2. Dämmung wasserführender Rohre

3. Verbot von Öl- und Gasheizungen

Die Dachdämmung ist ein wichtiger Teil der äußeren Gebäudehülle, denn Wärme steigt nach oben. Bleibt das Dachgeschoss deines Altbaus unbewohnt, muss mindestens die oberste Geschossdecke zum beheizten Wohnbereich darunter gedämmt werden. Bei der Dachbodendämmung sieht das GEG vor, dass sie die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz erfüllt. Wichtig ist, dass der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) 0,24 W/m²K nicht übersteigt.

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Wenn Du also ein altes Haus gerade erst gekauft hast, oder einen solchen Kauf planst, kannst du somit zur Wärmedämmung der obersten Geschossdecke verpflichtet sein.

Lohnt es sich, ein altes Haus zu dämmen?

Die Dämmung eines Altbaus sollte immer von Experten durchgeführt werden

Unabhängig von den gesetzlichen Pflichten kann das Dämmen eines alten Hauses eine lohnenswerte Investition sein, denn mit einer Wärmedämmung kannst du richtig viel Energie und damit Heizkosten sparen. So lohnt sich die Investition häufig schon nach wenigen Jahren.
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Die Isolierung eines alten Hauses lohnt sich darüber hinaus insbesondere wenn es um den Wohnkomfort geht. Durch eine effektive Dämmung verbesserst Du die Wohlfühltemperatur in deinem Zuhause, egal welches Wetter vorherrscht. Im Winter hilft eine gute Dämmung, die Wärme im Inneren zu halten und kalte Luft von außen abzuschirmen. Im Sommer trägt die Dämmung dazu bei, dass die Hitze vor der Haustür bleibt. Wie du an dieser Stelle erkennst, kannst du mit gut isolierten Wänden und Decken das ganze Jahr über angenehm in einem alten Haus leben. Zugluft und kalte Füße gehören so der Vergangenheit an und die Behaglichkeit steigt.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein altes Haus zu dämmen?

Es ist vorteilhaft, sich vorab über die Dämmungsmöglichkeiten für Altbauten zu informieren

Die Möglichkeiten, ein altes Haus zu dämmen, sind vielfältig. Die Optionen für Dämmmaßnahmen sind dabei grundsätzlich auf kein Bauteil beschränkt.
Du solltest bei der Dämmung alter Häuser daher ein Augenmerk auf das Dach bzw. die oberste Geschossdecke, die Fassade und den Keller richten. Für die Umsetzung gibt es zwei Alternativen: die komplette Dämmung aller Gebäudeteile in einem Projekt, oder die Umsetzung Schritt für Schritt, von einem Bauteil zum nächsten.

Möglichkeiten der Dachdämmung bei alten Häusern

Ein Dämmexperte führt eine Zwischensparrendämmung mittels Einblasdämmung durch

Eine bewährte Methode zur Dachdämmung von innen oder außen ist die Verwendung von Materialien wie Mineralwolle, Styropor oder natürlichen Dämmstoffen wie Hanf oder Zellulose. Die kostengünstigste Option der Dachdämmung im Spitzdach ist die Zwischensparrendämmung. Solltest du sowieso eine Erneuerung des Dachs geplant haben, zum Beispiel weil das Dach undicht geworden ist, kannst du mit der Dacherneuerung auch eine Aufsparrendämmung durchführen.

Die meisten Flachdächer in alten Häusern sind als Kaltdächer ausgeführt. Sie eignen sich daher besonders gut für eine kostengünstige Flachdachdämmung mit Einblasdämmung. Hierbei wird der vorhandene Hohlraum im Dach mit Dämmaterial gefüllt.

Varianten der Dachbodendämmung bei alten Häusern

Für die Dachbodendämmung stehen verschiedene Arten der Begehbarkeit zur Auswahl. Es gibt begehbare, offene und teil-begehbare Ausführungen der Dämmung der obersten Geschossdecke, die sich alle für die Dämmung älterer Häuser eignen. Die Auswahl bleibt Dir überlassen und richtet sich danach, ob Du den Speicher zukünftig für Abstellzwecke nutzen möchtest. 

Die Dachbodendämmung ist typischerweise die Dämmmaßnahme mit dem besten Kosten- / Nutzen-Verhältnis und sollte daher bei der Isolierung von älteren Häusern immer in Betracht gezogen werden.

Alternativen für die Fassadendämmung von alten Häusern

Experte prüft ein Mauerwerk auf einen Hohlraum, um eine Kerndämmung zu rechtfertigen

Beim Dämmen der Fassade eines alten Hauses solltest du immer zuerst die Möglichkeit einer Kerndämmung mit Einblasdämmung prüfen. Häuser mit Baujahren vor 1965 wurden, vor allem in Nord- und Ostdeutschland, häufig mit zweischaligem Mauerwerk gebaut und eignen sich daher häufig für die kostengünstige Hohlraumdämmung der Fassade. Solltest du kein Hohlschichtmauerwerk haben, kommt eine Außendämmung in Betracht. Hier lohnt sich die Durchführung allerdings häufig nur, wenn du sowieso die Fassade erneuern musst, zum Beispiel weil der Putz große Risse aufweist. 

Viele unserer Interessenten sprechen uns auch immer wieder an, ob man ein altes Haus von innen dämmen kann. Dies ist grundsätzlich möglich, jedoch muss bei der Ausführung besonders viel Sorgfalt erfolgen, um Bauschäden zu vermeiden.

Optionen für die Kellerdämmung eines alten Hauses

Experte führt mittels Spray-on Verfahren eine Dämmung an einer Kellerdecke durch

Durch die Dämmung der Kellerdecke wird verhindert, dass Wärme in den Keller entweicht. Diese Dämmungsmethode ist bei alten Häusern besonders beliebt, weil sie vor kalten Fußböden im darüber liegenden Wohngeschoss schützt. 

Wenn zwischen der Kellerdecke und dem Erdgeschoss ein Hohlraum zur Verfügung steht, ergibt sich die Option, diesen Hohlraum zu dämmen. Hier lässt sich das Dämmmaterial wie bei der Fassade mit einer speziellen Maschine einblasen und die Abgrenzung zwischen beheiztem Wohnraum und unbeheiztem Keller, wird ohne Deckenhöhenverlust isoliert.

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Entsteht beim Dämmen von alten Häusern nicht Schimmel?

Schimmel stellt eine Gesundheitsgefahr dar und sollte unter Tragen entsprechender Schutzkleidung sorgfältig untersucht werden

Bei vielen Eigenheimbesitzern kursiert folgender Mythos: “Das Haus muss atmen!” Möglicherweise hast du auch schon mal Anekdoten von Nachbarn gehört, bei denen das Haus nach einer Dämmung geschimmelt habe. 

Unsere Erfahrung zeigt, dass solche Vorfälle immer aus falschen Vorgehensweisen beim Dämmen resultieren. Mit der richtigen Planung und Durchführung der Dämmung kann dem Risiko eines Schimmelbefalls bei alten Häusern sogar vorgebeugt werden.

Grundlage für das Entstehen von Schimmel ist die Bildung von Kondenswasser, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft. Alte Häuser sind besonders schimmelanfällig, wenn sie nicht gedämmt sind. Denn ohne Dämmung ist die Temperatur an der Innenwand in kalten Wintertagen so gering, dass die Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum kondensieren kann. Der Schimmel findet so einen Nährboden und kann wachsen. Durch eine Dämmung erhöht sich die Innenwandtemperatur jedoch. Die Luftfeuchtigkeit kann nicht kondensieren, der Schimmel findet keinen Nährboden und kann nicht wachsen. So hilft Dämmung in alten Häusern, Schimmel zu vermeiden.

Am Mythos “das Haus müsse atmen” ist dennoch etwas Wahres dran. Denn richtiges Lüften ist für jedes Haus unabdingbar. Vor allem wenn die Luftfeuchtigkeit durch Kochen, Wäschetrocknen und Duschen stark erhöht ist. Zum Schimmelschutz in alten Häusern als am besten Dämmen und regelmäßig lüften, so hat Schimmel keine Chance. Informiere Dich gerne bei unserem Artikel, wie man Schimmel weiter vorbeugen kann: “Schimmel vorbeugen“.

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Was kostet es, ein altes Haus zu dämmen?

Gelbes Haus in einem deutschen Vorort
Die unterschiedlichen Strukturen von Altbauten erschweren eine genaue Kostenschätzung

Die Kosten für die Dämmung eines alten Hauses hängen von verschiedenen Faktoren ab und können stark variieren. Zu den wesentlichen Aspekten zählen die Größe des Gebäudes, der Zustand einer eventuell schon vorhandenen Dämmung, die Art der gewünschten Dämmmaterialien und die Bauweise.

Die komplette Dämmung eines Hauses ist dabei jedoch häufig kostengünstiger möglich als allgemein angenommen. Den größten Hebel bietet hierbei die Auswahl des richtigen Dämmverfahrens. Die Einblasdämmung hat sich hierbei als kostengünstigstes Verfahren für die Dämmung etabliert. Die nachfolgende Tabelle fasst die gängige Kosten zusammen:

AnwendungsfeldVerfahrenKosten pro Quadratmeter
SpitzdachZwischensparrendämmungab 50 € pro m²
FlachdachEinblasen ins Kaltdachab 30 € pro m²
Oberste Geschossdecke / DachbodenBegehbarab 60 € pro m²
Oberste Geschossdecke / DachbodenNicht-begehbarab 25 € pro m²
FassadeKerndämmungab 25 € pro m²
KellerdeckeVorhandener Hohlraum oder Spritzverfahrenab 30 € pro m²
SchachtdämmungVerfüllen ohne Ebenenca. 500 € pro m³


Bei der Abwägung der Kosten ist es wichtig zu bedenken, dass eine Investition in die Dämmung eines alten Hauses langfristige Einsparungen beim Energieverbrauch zur Folge hat. Du investierst also einmal und sparst daraufhin über die gesamte Lebensdauer deiner Immobilie durch deutlich geringere Heizkosten. Die Investition hat sich für die meisten Häuser bereits nach wenigen Jahren von selber abgezahlt. Zusätzlich steigt der Wert deiner Immobilie deutlich an.

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Gibt es Förderungen, wenn man ein altes Haus dämmt?

Durch die fachgerechte Durchführung einer Dämmung lassen sich effektiv Kosten einsparen, insbesondere durch Inanspruchnahme von Fördermitteln

Wie wir bereits oben gezeigt haben, muss die Wärmedämmung bei alten Häusern nicht so teuer sein wie ihr Ruf. Zusätzlich kannst Du von attraktiven Förderungen profitieren, mit denen der Staat dich bei der Dämmung deines alten Hauses unterstützt.

Zum Beispiel macht die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) das Dämmen von alten Häusern noch attraktiver. Diese Förderung kann bei Teil- und Vollsanierungen von Wohn- und Nichtwohngebäuden zum Tragen kommen. In jedem deiner möglichen Vorhaben steckt somit bares Geld. Aktuell ist allerdings zu beachten, dass durch die BEG nur noch Einzelmaßnahmen beim Sanieren bezuschusst werden.

Interessant kann darüber hinaus auch das KfW Programm “Jung kauft Alt” sein. Dieses Förderprogramm der Bundesregierung soll einkommensschwache junge Familien mit minderjährigen Kindern motivieren, ältere Immobilien zu erwerben. Im Haushalt 2024 sind 350 Millionen Euro für das Programm vorgesehen.

Seit Anfang 2020 winkt dir für nachträgliche Wärmedämmungen von selbstgenutztem Wohnraum alternativ ein Steuerbonus. Durch die steuerliche Förderung sind private Hausbesitzer imstande, 20 Prozent ihrer Investition in die Sanierungsmaßnahme (maximal 40.000 Euro) beim Finanzamt geltend zu machen.

Die Abwägung zwischen BEG und steuerlicher Förderung bei der Dämmung deines alten Hauses ist dir überlassen. Für die BEG Förderung benötigst Du einen Energieberater, für die steuerliche Förderung nicht. Wenn du neben der Dämmung Deines Hauses weitere Maßnahmen wie eine Solaranlage oder Wärmepumpe planst kann das Hinzuziehen eines Energieberaters sinnvoll sein, um die Maßnahmen aufeinander abzustimmen.

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Fazit: Ein altes Haus zu dämmen spart Heizkosten und erhöht den Wohnkomfort

Eine Dämmung steigert deutlich den Wohnkomfort und verbessert die Lebensqualität

Abschließend lässt sich festhalten: Die Dämmung alter Häuser ist deutlich besser als ihr Ruf. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für alle Bauteil und die Investitionen lohnen sich häufig bereits nach wenigen Jahren

Durch die Dämmung werden Wärmeverluste reduziert, so dass du von einer angenehmeren Raumtemperatur und einem gleichmäßigen Klima im Gebäude profitierst. 

Zusätzlich steigert die Isolierung deines Hauses, den Wert der Immobilie nachhaltig

Des Weiteren ergibt sich ein erfreulicher Nebeneffekt: Das Dämmen alter Häuser leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, da der verringerte Energieverbrauch Emissionen minimiert. 

Mit den richtigen Dämmmaßnahmen, möglicherweise unterstützt durch staatliche Förderprogramme, können Hausbesitzer langfristig ihren Geldbeutel entlasten und erhalten im Gegenzug ein wesentlich gemütlicheres Zuhause.

Möchtest du dein altes Haus in nächster Zeit dämmen? Dann kontaktiere uns jetzt für eine unverbindliche Beratung. In einem persönlichen Gespräch können wir mit unserem Fachwissen auf die spezifischen Anforderungen an die Dämmung deines Hauses eingehen.

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